Kontakt

Fachreferat Arbeit mit Alleinerziehenden / Mutter-Kind-Einrichtungen / Trennungs- und Scheidungsberatung  

Petra Winkelmann

Petra Winkelmann
Diplom-Sozialpädagogin, Supervisorin (DGSv)
Tel. 0231 557026-12
winkelmann@skf-zentrale.de

Kathrin Vogt-Stonies

Kathrin Vogt-Stonies
Sekretariat
Tel. 0231 557026-14
vogt-stonies@skf-zentrale.de

 
Grundlagen

Leitlinien der Arbeit mit Vätern / Partnern der Bewohnerinnen September 2016 (pdf, 71 kB)

Begleitung von Trennungsprozessen von Müttern (Vätern) und Kindern  
Empfehlungen zur Rückführung von Kleinkindern (aus Pflegestellen oder Einrichtungen der Jugendhilfe) zur leiblichen Mutter, September 2013 (pdf, 197 kB)

Vorübergehende Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern bei Abwesenheit der Mütter (bis zu 10 Tagen)  September 2014(pdf, 145 kB)


Gemeinsame Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder in katholischer Trägerschaft
Juli 2012 (pdf, 542 kB)

 

 
Regionale Mutter/Vater-Kind-Einrichtungen
 
Spezifische Zielgruppen

Überblick über Angebote für spezifische Zielgruppen sowie besondere strukturelle Rahmenbedingungen
Download (pdf, 98 kB)

 
Handreichung für die Praxis - USB-Stick

Hilfen für Schwangere/Mütter mit (verdeckten) psychischen Beeinträchtigungen in Mutter/Vater-Kind-Einrichtungen in katholischer Trägerschaft
Der Stick kostet 10.- Euro zzgl. 1,50.- Euro Versandgebühr pro Stück. 
Bestellung über info@skf-zentrale.de / Inhalt/Einleitung/Anhang Download

 
Weiterführende Informationen

Petra Winklemann: Wenn Eltern psychisch krank sind
© neue caritas Jahrbuch 2017, S. 101 – 103, Hrsg. Deutscher Caritasverband e. V. (pdf, 1.546 kB)  

Datenreport 2016  - Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland

Stark und Verantwortlich - Ein Ratgeber für Väter nach Trennungen www.vaeterzentrum-berlin.de

Mutter(Vater)-Kind-Einrichtungen in katholischer Trägerschaft
Auswertung der Strukturdaten 2015  

Alleinerziehende - ganz schön stark! (pdf, 646 kB) Stand: Mai 2012, Hrsg. AGIA

 
Da sein, Leben helfen  

Mutter/Vater-Kind-Einrichtungen

Gemäß § 19 SGB VIII sollen Mütter oder Väter, die allein für ein Kind unter 6 Jahren zu sorgen haben, in einer geeigneten Wohnform betreut werden, wenn und solange sie aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung dieser Form der Unterstützung bei der Pflege und Erziehung des Kindes bedürfen.

Bundesweit erhalten in ca. 80 Einrichtungen Schwangere / Mütter / Väter mit Kindern Wohn- und Betreuungsangebote. Der überwiegende Teil dieser Einrichtungen befindet sich in kirchlicher (katholischer oder evangelischer) Trägerschaft.

Die sozialpädagogischen Unterstützungsangebote der hauptamtlichen Fachkräfte in Mutter-Kind-Einrichtungen umfassen

  • die Beratung, Unterstützung bzw. Betreuung von Schwangeren / Müttern
  • die Betreuung, gezielte Förderung und den Schutz der Kinder

Diese Arbeit mit zwei Generationen ist das spezifische Merkmal von Mutter-Kind-Einrichtungen!

Die Einrichtungen

Die typische Mutter-Kind-Einrichtung gibt es nicht; aufgrund unterschiedlicher geschichtlicher Entwicklungen, unterschiedlicher räumlicher Voraussetzungen, unterschiedlicher Standorte und Konzeptionen usw. hat jede Mutter-Kind-Einrichtung ihr eigenes "Gesicht". Im Kontext gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen werden die Konzeptionen der Einrichtungen den Problemlagen und Bedürfnissen der Frauen in Not entsprechend kontinuierlich weiterentwickelt.

Hauptkriterien für die Unterscheidung bzw. Kategorisierung der verschiedenen Einrichtungstypen sind

  • die Wohnform
  • die Intensität des Betreuungsangebotes

Die Wohnformen unterscheiden sich grob darin, ob die Frauen mit ihren Kindern in einem Gruppenverbund zusammenleben oder in eigenen abgeschlossenen Appartements / Wohnungen mit ihren Kindern selbstständig leben. Die Intensität der Beratung und Betreuung reicht von alltagsstrukturierenden Hilfen, lebenspraktischer Anleitung und 24-stündiger Anwesenheit der MitarbeiterInnen in vollstationären Einrichtungen bis hin zu ambulanten Leistungsangeboten (z.B. Beratungsgesprächen, die nur ein- oder zweimal wöchentlich in der eigenen Wohnung der Frau stattfinden).

Viele Mutter-Kind-Einrichtungen differenzieren die Wohn- und Betreuungsangebote zunehmend auch intern, d.h. neben dem Wohnen im Gruppenverbund werden z.B. auch Appartements/abgeschlossene Wohneinheiten vorgehalten. In allen Einrichtungen ist die Betreuungsintensität in der Regel zum Zeitpunkt der Aufnahme besonders groß, während zum Ende der Maßnahme - mit Blick auf die Verselbstständigung von Mutter und Kind - den Frauen immer mehr Verantwortung für die selbstständige Lebensführung mit Kind überlassen wird. Bei Auszügen wird auf Wunsch der Frauen und soweit leistbar, zur Ablösung und Bewältigung der neuen Belastungsfaktoren Nachbetreuung angeboten.

Die BewohnerInnen werden von fachlich qualifizierten MitarbeiterInnen beraten und unterstützt. Die überwiegende Anzahl der MitarbeiterInnen hat ein Studium als SozialpädagogIn / SozialarbeiterIn abgeschlossen. Verlässliche Beziehungen zwischen den MitarbeiterInnen und den Bewohnerinnen sind Grundlage der pädagogischen Arbeit und Voraussetzung für persönliches Wachstum der Klientinnen. Für die Kinder sind oftmals ausgebildete ErzieherInnen zuständig.
Den MitarbeiterInnen wird regelmäßig Gelegenheit gegeben, an Fortbildungen und Arbeitskreisen teilzunehmen. Supervision ist für die sozialpädagogischen Fachkräfte in der Regel Bestandteil der Arbeit.

Die Mutter-Kind-Einrichtungen sind regional mit anderen Beratungsstellen (Ausländerberatung, Schuldnerberatung, Schwangerenberatung etc.), mit Ämtern (Jugendamt, Sozialamt, Wohnungsamt etc.), mit Ärzten und Krankenhäusern, Vereinen und Gruppierungen für allein Erziehende, anderen Einrichtungen für Kinder (Kindertagesstätten, Kinderkrankenhäuser, Kinderzentren etc.) und weiteren Institutionen vernetzt.
Überregional arbeiten MitarbeiterInnen verschiedener Mutter-Kind-Einrichtungen trägerübergreifend in Landesarbeitsgemeinschaften zusammen.
Auf Bundesebene treffen sich leitende MitarbeiterInnen der Mutter-Kind-Einrichtungen in katholischer Trägerschaft mindestens einmal jährlich zum fachlichen Austausch und zur Weiterbildung. Die zuständige Fachreferentin der Bundeszentrale des Sozialdienst katholischer Frauen kooperiert regelmäßig mit der zuständigen Referentin des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Zielsetzung der Arbeit

Grundsätzliche Zielsetzung der Arbeit ist die Entwicklung einer langfristigen eigenständigen Zukunftsperspektive für die Mütter und ihre Kinder. In den meisten Fällen geht es um die Entwicklung einer gemeinsamen Zukunftsperspektive.

Frauen, die sich bzgl. der weiteren Lebensplanung mit oder ohne Kind noch nicht klar sind, erhalten Hilfen bei der Entscheidungsfindung. Aufgrund der vielschichtigen Problemlagen der Frauen wird in den Fällen, in denen deutlich wird, dass sich keine stabile Mutter-Kind-Beziehung entwickelt oder die Mutter aller Voraussicht nach auch langfristig nicht in der Lage sein wird, die Versorgung und Erziehung des Kindes zu übernehmen, nach Alternativen gesucht. Jede vierte Mutter zieht inzwischen ohne ihr Kind aus der Mutter-Kind-Einrichtung aus, weil sie sich während des Aufenthaltes zur Inpflegegabe des Kindes entschlossen hat.

Leistungsschwerpunkte der Arbeit liegen in der Förderung

  • der Persönlichkeitsentwicklung der Schwangeren / Mütter
  • der Mutter-Kind-Beziehung und der Erziehungskompetenz der Mütter
  • der selbstständigen Haushaltsführung und Alltagsbewältigung und
  • der schulisch-beruflichen Ausbildung bzw. Aufnahme oder Fortsetzung
    einer Erwerbstätigkeit

In einem individuellen Hilfeplan oder einer Betreuungsvereinbarung (gemäß oder in Anlehnung an § 36 SGB VIII) werden die mit der Frau erarbeiteten Ziele der Arbeit schriftlich festgehalten, regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Dabei knüpfen die MitarbeiterInnen an den Erfahrungen und Stärken der Frauen an.
Die Bewohnerinnen erhalten Hilfe zur Überwindung individueller Probleme und erwerben Kompetenzen zur Versorgung und Erziehung des Kindes, in der Haushaltsführung und im Umgang mit Geld (Einteilung des Haushaltsgeldes, Geltendmachung von Leistungsansprüchen, Schuldenregulierung etc.).

Die MitarbeiterInnen motivieren die Frauen soweit sinnvoll zum Abschluss einer Ausbildung bzw. zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Berufstätigkeit. Während des Aufenthaltes in den Mutter-Kind-Einrichtungen stehen dort Entlastungsangebote in der Kinderbetreuung und ergänzende Förderungsmöglichkeiten für die Kinder zur Verfügung. Umfassende und flexible Kinderbetreuungsangebote ermöglichen den Frauen die Fortführung von Ausbildung oder Erwerbstätigkeit und entlasten sie in der Alleinverantwortung für das Kind. Nach dem Auszug sind mit dem Mangel an Ganztagsangeboten zur Kinderbetreuung jedoch erhebliche Probleme bei der Vereinbarkeit von Kinderversorgung/-erziehung und Einkommenssicherung verknüpft. Mit Blick auf die Problemlagen der Frauen und die strukturellen Belastungen allein Erziehender in unserer Gesellschaft sowie die hohe Arbeitslosigkeit speziell von Müttern kleiner Kinder ist die eigenständige Sicherung des Lebensunterhaltes deshalb oftmals nicht realisierbar.

In vielen Fällen werden auch die Herkunftsfamilie bzw. Kindesväter und / oder Partner der Bewohnerinnen in die Beratungsprozesse einbezogen. In Gesprächen können die Konflikte in der Herkunftsfamilie oder Partnerschaft, die ggf. Auslöser für den Einzug in die Mutter-Kind-Einrichtung waren, bearbeitet werden. Auf Wunsch der Frauen, die in engen Beziehungen zu den Kindesvätern oder neuen Partnern leben und ggf. nach dem Auszug mit ihnen zusammenleben wollen, ist darüber hinaus die Einbeziehung der Partner in den Alltag möglich (Besuche, gemeinsame Freizeitgestaltung, Beteiligung an der Versorgung und Erziehung des Kindes, Paargespräche etc.).

Mutter-Kind-Einrichtungen bieten somit Lebens- und Lernperspektiven für Schwangere und Mütter in umfassenden Not- und Konfliktsituationen. Ausgehend von den komplexen Problemlagen der Frauen und aufbauend auf ihre vorhandenen Kompetenzen bietet der ganzheitliche Ansatz von Beratung und Betreuung den Bewohnerinnen die Chance, ein kritisches Lebensergebnis (die ungeplante Schwangerschaft / Mutterschaft und die Übernahme der Mutterrolle) positiv zu bewältigen.

Insbesondere für die Kinder bietet der Aufenthalt einer Mutter mit ihrem Kind in einer Mutter-Kind-Einrichtung die Chance, generationsübergreifende Kreisläufe von Nichtachtung, Gewalt oder Vernachlässigung zu durchbrechen.

* 2001 lebte kein Vater mit Kind in einer sozialpädagogisch betreuten Wohnform in katholischer Trägerschaft. Deshalb wird im Folgenden nur noch von Mutter-Kind-Einrichtungen gesprochen.