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SkF e.V. im Kreis Warendorf
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Ansprechpartnerinnen:
Elena Monin, Fachbereichsleitung Schwangerschaftsberatung 
Termine für die Schwangerschaftsberatung bitte über die Zentrale unter 02382/88996-80 vereinbaren
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Mahnaz Teimouri, Hebamme
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Da sein, Leben helfen  

Projekt „aufLEBEN“ wird zum Angebot „Familienhebamme“

Der SkF im Kreis Warendorf feierte den erfolgreichen Abschluss des Projekts „aufLEBEN“ und stellt künftig das Regelangebot der „Familienhebamme“ zur Verfügung.

Drei Jahre, 52 erreichte Familien, 291 Tage Beratung und pro Familie jeweils rund 19 persönliche Kontakte, von den Mails und Telefonaten ganz abgesehen: Familienhebamme Mahnaz Teimouri und Sozialarbeiterin Elena Monin vom SkF im Kreis Warendorf konnten in der vergangenen Woche zum Abschluss des Projekts aufLEBEN zusammen mit rund 50 geladenen Gästen im Ahlener Bartelhof zufrieden Bilanz ziehen. Es passte gut, dass zum Auftakt der kleinen Feierstunde drei Musiker, die selbst ihr Heimatland verlassen haben, Faroq Wahedi, Faraidon Ghulami und Ferhan Sleman, auf ungewöhnlichen Instrumenten den Gästen das Gefühl von Verlust und Sehnsucht vermittelten.

Die Zahlen allein geben nur einen kleinen Einblick, was seit dem Start am 1. April 2016 im Rahmen des von der Aktion Mensch geförderten Projektes alles geleistet wurde. In ihrem Grußwort würdigte Ute Gallasch-Meyer vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Ahlen den innovativen Ansatz von aufLEBEN. Das Projekt habe mit seinem hohen fachlichen Ansatz gezielte Hilfen für – durch Flucht und Traumata schwer belastete – schwangere Frauen geboten, die die ‚normale‘ Schwangerschaftsberatung aufgrund der Falldichte nicht hätte leisten können. Eine Leitthese dabei: „Ein Weg um das Kindeswohl zu sichern, führt über die Förderung des Elternwohls.“

Das Projekt habe völlig zu Recht bundesweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Nominierung und Platzierung beim Nationalen Integrationspreis 2016, Berichterstattung in den Medien, insbesondere ein Fachartikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift, sowie die Präsentation von aufLEBEN beim Katholikentag 2018 in Münster waren beredtes Zeugnis.

Ihre Erfahrungen stellte Mahnaz Teimouri sehr empathisch und eindrucksvoll auch jetzt beim Abschluss des Projektes wieder vor. Knapp die Hälfte der betreuten Familien kam aus Ahlen, die übrigen gut verteilt aus nahezu allen anderen Städten und Gemeinden des Kreises. Dabei haben viele Akteure – Hebammen, Frühe Hilfen, Ehrenamtliche, Flüchtlingsorganisationen, Ämter und Behörden sowie Ärzte – betroffene Familien ins Projekt vermittelt. Wichtig war, den Zugang über die aufsuchende Arbeit so niedrigschwellig zu halten wie möglich. Die aus dem Iran stammende Familienhebamme konnte, auch aufgrund des persönlichen Hintergrundes, kultursensibel, sprachlich kompetent und zugleich seit langem vertraut mit dem hiesigen Gesundheitssystem beraten. Im Saal wurde es still, als sie sehr konkret das Beispiel einer jungen Familie schilderte, die an den Umständen fast zerbrochen wäre, aber nach vielen, vielen Kontakten stabilisiert ins reguläre Hilfesystem überleitet werden konnte.

Den Fachimpuls zum Thema „Trauma und Flucht“ gab Supervisorin Astrid-Maria Kreyerhoff (Zartbitter Münster e.V.), die aufLEBEN während der drei Projektjahre begleitet hatte. Darin machte sie deutlich, wie existenzielle Bedrohungen und Traumata entstehen und warum Flucht und Migration eine Überlebensstrategie für die Betroffenen sind. Wer einen längeren Zeitraum Ereignissen ausgeliefert ist, aus denen kein Entrinnen möglich ist, kann schwere Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) entwickeln. Diese Menschen haben es unendlich schwer, Vertrauen und Orientierung zu fassen, sie fühlen sich vielfach gelähmt und haben zugleich oft sehr hohe Erwartungen ans Hilfesystem. Durchbrechen lässt sich der Kreis, wenn es gelingt, die verschütteten Ressourcen der Betroffenen ans Tageslicht zu holen.

Für den SkF sind die Erfahrungen aus dem Projekt aufLEBEN überaus wertvoll: Es zeigte sich, so Projektmitarbeiterin Elena Monin, dass eine Familienhebamme gute Mittlerin zum Hilfesystem ist. Folgerichtig und nachhaltig also, dass die „Familienhebamme“ jetzt nach der Projektphase zum regulären Angebot des SkF wird.

Projektstart vor drei Jahren aufLEBEN – Hilfe für schwangere Frauen mit Trauma- und
Fluchterfahrung