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Da sein, Leben helfen  

Angebote für geflüchtete Menschen beim SkF
Osnabrück Gastfamilien für „UMAs“

Unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) ohne Eltern haben Anspruch auf einen besonderen Schutz und dürfen laut Gesetz nicht in Gemeinschaftsunterkünften bleiben. Im Rahmen der Jugendhilfe ist nach der Akutversorgung und Inobhutnahme die Unterbringung in Vollzeitpflege nach § 33 SGB VIII für einige junge Menschen eine mögliche Anschlusshilfe. Eine besondere Form der Vollzeitpflege stellen Gastfamilien dar, die den jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit geben und sie als Gast und Teil der Familie willkommen heißen. Hier erfahren sie die unbedingt benötigte Sicherheit und Begleitung bei der Integration in ein selbständiges Leben in Deutschland.

Seit Ende 2015 sucht der SkF Osnabrück in Stadt und Landkreis Gastfamilien, die die Jugendlichen aufnehmen und unterstützen. Nach dem ersten Aufruf nahmen Anfang 2016 fast hundert Menschen an der Informationsveranstaltung teil, 20 Familien meldeten sich mit konkretem Interesse und füllten ausführliche Fragebögen aus. 18 Familien nahmen an den intensiven Schulungsveranstaltungen, z. B. neue Situation der Familie, rechtliche Rahmenbedingungen, kulturelle Hintergründe, teil. SkF Mitarbeiterinnen suchen für die Jugendlichen nach einer geeigneten Gastfamilie und organisieren und begleiten erste Anbahnungstreffen. Verlaufen diese positiv, wird der Umzug in die Gastfamilie begleitet. Während des gesamten Vermittlungsprozesses ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Vormund, dem zuständigen Jugendamt, dem SkF Osnabrück und den Gastfamilien von zentraler Bedeutung. In der weiteren Hilfeplanung finden kontinuierlich Austauschtreffen und Supervision für Gasteltern statt.  

Solange der Jugendliche in der Gastfamilie lebt, findet eine Beratung und Begleitung durch die Fachkräfte des SkF Osnabrück statt. Das Themenspektrum umfasst die Vielfalt der Lebensthemen jugendlicher geflüchteter Ausländer. Schwerpunkte sind z. B. das Zusammenleben mit der Gastfamilie, das Asylverfahren, Integration z. B. Akzeptanz fremder Regeln, Zurechtfinden in einer neuen Kultur und Gesellschaft, Schule, berufliche Perspektive, Krisenbewältigung, Bewältigung von Traumata. Für viele stellt sich auch die Frage, wie es mit Erreichen der Volljährigkeit weitergeht, da die Chancen für den weiteren Verbleib in den Gastfamilien noch unklar und unterschiedlich sind.

Im Rahmen der Einzelkontakte sprechen die Mitarbeiter_innen mit den Jugendlichen über individuelle Themen, Bedürfnisse und Schwierigkeiten. Begleitend gibt es regelmäßig Einzelkontakte der Mitarbeiter_innen zu den Jugendlichen außerhalb der Gastfamilie und Gruppenangebote, z. B. Mathenachhilfe, Sprachkurse, Kinobesuche. Diese Treffen werden organisatorisch und inhaltlich vom SKF begleitet. Die Gruppentreffen werden auch für das Vorstellen und gemeinsame Erleben ungewohnter Freizeitaktivitäten (auch mal andere Sportarten neben Fußball), aber auch für eine Auseinandersetzung mit Themen genutzt, die für eine gelingende Integration relevant sind. So ging es z. B. um das Thema Sexualität oder den Umgang mit Geschlechterrollen.

Insgesamt wurden 10 Jugendliche in Gastfamilien untergebracht, zurzeit betreut der SkF Osnabrück noch sieben UMA in sieben deutschen Gastfamilien in Stadt und Landkreis Osnabrück. Die Jugendlichen stammen aus Guinea, Afghanistan, Eritrea und der Elfenbeinküste.

Joy Prior, Öffentlichkeitsarbeit