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Fachreferat Gewaltschutz / Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehende (AGIA)

Gisela Pingen-Rainer

Gisela Pingen-Rainer
Diplom-Sozialarbeiterin
Telefon 0231 557026-34
pingen@skf-zentrale.de

Kathrin Vogt-Stonies

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Sekretariat
Telefon 0231 557026-14
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Schutz und Hilfe bei häuslicher Gewalt 

Arbeit der Frauenhäuser und Beratungs- und Interventionsstellen

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist in Deutschland trotz weitgehender rechtlicher Gleichstellung weit verbreitet. Gewalt in Paarbeziehungen ist entgegen landläufiger Meinung kein Schichtphänomen: Frauen aus allen Bildungs- und Einkommensschichten sind von Gewalt betroffen. Jede vierte Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren hat im Verlauf ihres Lebens körperliche oder/und sexuelle Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt und leidet oftmals lebenslang an den Folgen, denn alle Formen von Gewalt können zu erheblichen gesundheitlichen, psychischen und psychosozialen Folgen für die betroffenen Frauen und deren Kinder führen. Nach neuen Erkenntnissen sind vor allem Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen gefährdet, Opfer geschlechtsbezogener Gewalt zu werden. Sie sind im Erwachsenenleben fast doppelt so häufig körperlicher Gewalt und etwa zwei- bis dreimal häufiger sexueller Gewalt ausgesetzt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt.

Katholische Träger sehen sich in der Verpflichtung, sich mit gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt begünstigen auseinanderzusetzen und gewaltbetroffenen Frauen Schutz, Hilfe, Informationen sowie psychosoziale Beratung und Unterstützung anzubieten.

Der Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V. ist Zentrale Fachstelle für das Arbeitsfeld Häusliche Gewalt/Gewaltschutz und vertritt die Interessen von Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) und Deutscher Caritasverband (DCV) in Bezug auf die Arbeit der Frauenhäuser und Beratungs-/Interventionsstellen auf Bundesebene. Der Sozialdienst katholischer Frauen übernimmt die fachpolitische Vertretung und ist mitverantwortlich für die konzeptionelle Weiterentwicklung des Arbeitsbereichs. Zudem bietet er Fortbildungen für Mitarbeiterinnen an. SkF und Deutscher Caritasverband sind Mitglied in Frauenhauskoordinierung e. V., dem bundesweiten Zusammenschluss der Wohlfahrtsverbände.

Ziele der Arbeit bei häuslicher Gewalt sind:

  • Schutz der Frauen und ihrer Kinder vor Gewalt und weiterer Verfolgung durch Misshandler
  • Stärkung des Selbstwertgefühls der Betroffenen
  • Bearbeitung der Gewalterfahrungen
  • Entwicklung einer Perspektive für ein Leben ohne Gewalt
  • Bewusstmachung und Aufdeckung struktureller Gewalt gegenüber Frauen in der Gesellschaft und Initiierung von Veränderungsprozessen durch frauenpolitisches Engagement

Frauenhäuser

In Frauenhäusern finden Frauen, die körperliche, sexuelle, ökonomische oder seelische Gewalt im häuslichen Bereich erlebt haben, mit ihren Kindern Schutz vor weiterer Misshandlung. Die Frauen erhalten (mit ihren Kindern) Unterkunft und adäquate Beratungs- und Hilfsangebote zur Entwicklung einer Perspektive für ihre persönliche Lebenssituation und zur Aufarbeitung ihrer Gewalterfahrungen. Dies geschieht unabhängig davon, ob sie in ihr bisheriges häusliches Umfeld bzw. zum Partner zurückkehren oder einen neuen Lebensweg beschreiten.
Die Frauenhäuser von SkF, SKFM und DCV stehen grundsätzlich jeder betroffenen Frau offen, unabhängig von Konfession oder Staatsangehörigkeit. Eine Aufnahme ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.

Beratungs-/Interventionsstellen

Seit 2002 arbeiten Interventionsstellen (IST) nach dem Gewaltschutzgesetz. Sie sind Fachstellen für Frauen, die von körperlicher und/oder psychischer Gewalt betroffen sind. Ihre Hauptaufgabe ist eine erste psychosoziale Beratung und Information der Betroffenen sowie eine Krisenintervention. Die Beratungen können telefonisch oder in den Beratungsräumen erfolgen. Sie sind vertraulich und kostenfrei. IST arbeiten vorrangig nach dem sogenannten pro-aktiven Ansatz nach einem Polizeieinsatz. Die Polizei übermittelt bei Einverständnis der Frau deren Adresse und Telefonnummer an die Beratungsstelle und die IST nimmt dann so bald wie möglich telefonisch Kontakt auf, damit z. B. bei einem Platzverweis fristgerecht Folgemaßnahmen eingeleitet werden können. Frauen können sich auch direkt, ohne vorherigen Polizeieinsatz, an die IST wenden.

Einige Zahlen aus dem Arbeitsfeld

Im Jahr 2015 gibt es insgesamt 54 Frauenhäuser in katholischer Trägerschaft (davon 38 beim SkF) und 37 Beratungs-/Interventionsstellen (davon 21 beim SkF).

Die bundesweite Bewohnerinnenstatistik der Frauenhäuser weist für 2013 aus, dass 2.479 mit ihren 2.520 Kindern in katholischen Frauenhäusern aufgenommen wurden. In ca. 79 % der Fälle war der Ehemann/Lebensgefährte oder Ex-Partner der Täter, der die Frau misshandelte, in etwa 10 % waren es männliche Angehörige. Die Vermittlung der Frauen ins Frauenhaus erfolgte zu etwa 38 % durch professionelle Dienste wie Beratungsdienste, medizinische Dienste u. a. und zu etwa 21 % durch die Polizei; 22 % der Frauen fanden durch eigene Information den Weg ins Frauenhaus und etwa 14 % durch Freundinnen, Nachbarn, Verwandte. Mindestens 17 % der Frauen blieben länger als 3 Monate im Frauenhaus.